Pe 004_1 Grundlinien russlanddeutscher Geschichte

bis Uhr

Veranstalter:
VHS Pegnitz e. V.
Veranstaltungsort: Bürgerzentrum, VHS-Vortragssaal O11 (Pegnitz)
Leitung: Dr. Viktor Krieger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter BKDR
Kategorien: Mensch und Welt
Kosten: 4,00 EUR, vhs-Mitglieder frei

Unter den „Russlanddeutschen“ versteht man hauptsächlich Nachkommen der handwerklich-bäuerlichen Einwanderer v.a. aus den deutschen Kleinstaaten, die im 18. und im 19. Jahrhundert zur Urbarmachung hauptsächlich im unteren Wolga- und im Schwarzmeergebiet angesiedelt wurden. Das grundlegende Einladungsmanifest hierzu unterzeichnete die Zarin Katharina II am 22. Juli 1763. Unter völlig anderen politischen, geographischen und klimatischen Bedingungen begann sich ein neues nationales Selbstverständnis herauszubilden, das zunächst stark regionale Züge trug: es handelte sich um die Wolga- bzw. Schwarzmeerdeutschen, um Kaukasus- oder Wolhynien deutschen. Nach 1917 erfuhren sie permanente Verfolgungen und Unterdrückungen, die in der Liquidierung der Wolgadeutschen Republik im August 1941 und der totalen Deportation nach Sibirien und Kasachstan gipfelten. Die Erfahrungen der kollektiven Entrechtung und Minderstellung führten zur Bildung einer übergreifenden Schicksalsgemeinschaft der Russlanddeutschen. Sowohl in der Nachkriegs-UdSSR als auch in Russland nach 1991 wurde ihnen die Gleichberechtigung verweigert, was zu einer wachsenden Ausreisebereitschaft in die Bundesrepublik führte. Mittlerweile befinden sich im wiedervereinigten Deutschland ca. 2,5 Mio. Bürger russlanddeutscher Herkunft. Ihre gesamten 250jährigen historischen Erfahrungen sind somit zu einem integralen Bestandteil nicht nur der russischen, sondern auch der deutschen Geschichte geworden.

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