Mit zahlreichen Gästen wurde am Donnerstagabend die Ausstellung „Sommergalerie meets Festival150“ im Foyer des Landratsamtes Bayreuth eröffnet. Die Veranstaltung bildete den zweiten Programmpunkt innerhalb der Projektreihe „RICHARD ZIEHT EIN – und Walhall wird lebendig“, nachdem bereits am 25. Juli die Ausstellung von Michael Apitz in der Schlossgalerie Bayreuth im Rahmen der 76. Bayreuther Kunstausstellung den Auftakt des Projekts markiert hatte.
Seit 2023 hat sich die Sommergalerie des Landkreises Bayreuth als fester Bestandteil des regionalen Kulturkalenders etabliert. Das Ausstellungsformat im Landratsamt versteht sich als Plattform für Kunstschaffende, als Ort des kulturellen Austauschs und der Kommunikation sowie als niedrigschwelliger Zugang zur zeitgenössischen Kunst. In diesem Jahr wurde das bewährte Format erstmals mit dem Festivalgedanken von Festival150 und dem Projekt „RICHARD ZIEHT EIN – und Walhall wird lebendig“ verbunden.
Für den musikalischen Rahmen sorgte die Sängerin Carmen Wenzel aus Weidensees, deren stimmungsvolle Beiträge der Vernissage eine besondere Leichtigkeit verliehen und den Abend bereicherten. Nach der Begrüßung durch einen der Stellvertreter des Landrats, Kreisrat Stephan Unglaub, führten Regionalmanagerin Monika Pellkofer und Fachbereichsleiter der Regionalen Entwicklugnsagentur, Sebastian Norck, in die Ausstellung und die unterschiedlichen künstlerischen Positionen ein.
Unter den Gästen befanden sich neben Dr. Stefan Specht als offiziellem Vertreter der Stadt Bayreuth auch die Vertreter der beteiligten Projektkommunen: Martin Dannhäußer, Erster Bürgermeister der Stadt Creußen, Wieland Pietsch, Zweiter Bürgermeister der Stadt Goldkronach, sowie Marco Henschel, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Eckersdorf. Darüber hinaus konnten zahlreiche Stadt- und Kreisrätinnen und -räte sowie Persönlichkeiten aus Kultur, Verwaltung und öffentlichem Leben begrüßt werden. Die breite Resonanz unterstrich eindrucksvoll die Bedeutung der Sommergalerie als Ort des kulturellen Austauschs, der Begegnung und der regionalen Vernetzung.
Im Mittelpunkt der Vernissage standen die Arbeiten von Anna Hirt, Volker Wunderlich und Thomas Brix, die als Künstler von einer Jury für die Projektreihe ausgewählt wurden. Die Sommergalerie zeigte dabei bewusst nicht die eigens für das Projekt entstehenden Wettbewerbsarbeiten, sondern eröffnete einen erweiterten Einblick in das bisherige Schaffen der Künstler und machte deren individuelle Handschriften sichtbar.
Anna Hirt präsentierte ihre meisterhaft gefertigten Schmuckstücke als eigenständige Kunstobjekte. In Objektkästen und Vitrinen arrangiert und wie Bilder präsentiert, eröffneten die Arbeiten einen faszinierenden Blick auf die Verbindung von Goldschmiedekunst, Gestaltung und persönlichem Ausdruck.
Thomas Brix, der aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht persönlich am Eröffnungsabend der Ausstellung anwesend sein konnte, ist bei der Sommergalerie mit Werken aus unterschiedlichen Schaffensjahren vertreten. Die Ausstellung bietet einen repräsentativen Überblick über sein künstlerisches Wirken und zeigte die Vielfalt seiner Themen, Techniken und Ausdrucksformen.
Einen besonderen Akzent setzte Volker Wunderlich mit seiner spannungsreichen Kombination aus augenzwinkernd-ironischen Wagner-Porträts und einer neuen abstrakten Werkserie. Seine Arbeiten überzeugten durch Offenheit, gestalterische Freiheit und den Mut, traditionelle Motive in zeitgenössische Bildwelten zu übersetzen.
Die Besucherinnen und Besucher der Vernissage nutzten die Gelegenheit intensiv, mit den anwesenden Künstlern ins Gespräch zu kommen. In lockerer Atmosphäre entwickelte sich ein reger Austausch über Kunst, Kreativität und die Idee des Gesamtprojekts.
So entstand genau das, was die Sommergalerie seit ihrem Bestehen auszeichnet: ein Raum für Begegnung, Dialog und neue Perspektiven. Oder anders gesagt: Genau das, was Kunst leisten kann.
Verbindungen schaffen. Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Neue Perspektiven eröffnen, Unbekanntes erfahrbar machen und das Verständnis füreinander vertiefen.
Bereits in seinem Grußwort brachte Stephan Unglaub diesen Gedanken mit einem Zitat des Cellisten und Kulturvermittlers Yo-Yo Ma auf den Punkt:
„Kultur hilft uns nicht nur zu verstehen, wer wir sind. Sie hilft uns auch zu verstehen, wer die anderen sind.“
Die gelungene Eröffnung im Landratsamt hat gezeigt, wie groß das Interesse an der Verbindung von Kunst, regionaler Identität und Festivalgedanken ist und macht zugleich neugierig auf die kommenden Veranstaltungen der Projektreihe. Mit Spannung erwartet werden nun die drei Einzelpräsentationen der eigens für das Projekt entwickelten Arbeiten:
- 11. September 2026, 17:00 Uhr: Volker Wunderlich in Goldkronach
- 17. September 2026, 18:00 Uhr: Anna Hirt in Creußen
- 24. September 2026, 17:00 Uhr: Thomas Brix in Eckersdorf
Noch bis 11.09. sind die Werke im Foyer des Landratsamtes zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen.
Alle Details, Hintergründe sowie aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen sind unter region-bayreuth.de abrufbar.
Das Projekt „RICHARD ZIEHT EIN – und Walhall wird lebendig“ wird in Kooperation mit dem Festival150, dem Kunstverein Bayreuth e. V. und der Region Bayreuth realisiert. Es ist Teil eines landkreis- und stadtübergreifenden Ausstellungsformats zur Stärkung regionaler Identität und wird gefördert durch Regionalmanagementmittel des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, die Stadt und den Landkreis Bayreuth.